DIE INSEL MAFIA - GESCHICHTE

Mafia Island Geschichte
Im 16. Jahrhundert bezeichneten die Europäer auf ihren Karten und Urkunden Mafia häufig mit den Namen Morfiyeh und Monfiyah, dem arabischen Wort für Archipel. Der Name Mafia könnte aber auch vom Gebrauch des arabischen Wortes mafi abstammen, wodurch ein Ort ohne großen Wert bezeichnet wird.

Im 16. und 17. Jahrhundert und nach dem Zerfall des portugiesischen Kolonialreiches übernahmen verschiedene Weltmächte, darunter auch der Oman, abwechselnd die Kontrolle über die Insel Mafia. 1698 besiegelte die Niederlage der Portugiesen gegen den Oman in Mombasa das Ende der portugiesischen Gewaltherrschaft und die gesamte Küste von Lamu bis nach Kilwa stand unter omanischer Obhut.

Auf der Insel findet sich auch Zeugnisse dafür, daß diese früher von Madagassen, Chinesen, Malaien und Indonesiern besiedelt worden war (wobei die Indonesier die Ersten waren, die sich vor 1500 Jahren auf Madagaskar niederließen). Geschirr- und Münzfunde beweisen, daß schon im achten Jahrhundert der Handel auf Mafia begonnen hatte.

Ein Vertrag aus dem Jahre 1890 unterstellte Mafia der deutschen Herrschaft. 1892 kam der erste deutsche Bewohner auf die Insel und ließ mehrere Wohnhäuser errichten, die noch heute in Chole stehen. Deutschland bezahlte dem damaligen Sultan von Oman, Syed Ali ben Saad, vier Millionen Reichsmark für Mafia und einen Teil der Kontinentalküste.

Im Januar 1915 nahmen britische Truppen die Insel ein und griffen von dort aus den Marinekreuzer Königsberg aus der Luft und auf dem Wasser an. 1922 ging die Kontrolle über die Insel von Sansibar an Tansania über.

Einer 1988 durchgeführten Volkszählung zufolge hatte die Insel 33000 Bewohner. Heutigen Berechnungen nach leben auf Mafia mehr als 40000 Menschen, und zwar in den Fischerdörfern und auf den großen Landgütern, in Jibondo, Juani und Chole.

Derzeit gehört Mafia zur Küstenprovinz der Republik Tansania.

Die Bauern von Mafia bauen Maniok, Reis, Ananas, Papaya und Bohnen an. Die Insel ist reich an Mango- und Nierenbäumen sowie Kokospalmen, die oft in den Gärten von Wohnhäuser stehen. Auch gibt es einige große Kokosplantagen, die auf die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurückgehen und meistenteils von den Nachfahren der arabischen und babistischen Pioniere aufgebaut wurden. Fast alle Landgüter sind von Wäldern, großen Rasenflächen oder Kokosplantagen umgeben.